Warum kurzfristig überhaupt etwas frei wird
Ein Umzugskalender ist kein starres Raster. Termine werden abgesagt, weil ein Mietvertrag platzt oder eine Schlüsselübergabe verschoben wird. Aufträge laufen kürzer als geschätzt, weil die Wohnung besser gepackt war als beschrieben. Und manche Tage sind bewusst nicht voll belegt, damit ein laufender Auftrag nicht unter Druck gerät. Aus diesen drei Quellen entstehen die Fenster, in die ein Last-Minute-Umzug passt.
Solche Fenster sind allerdings nicht beliebig formbar. Ein Fenster von 8 bis 14 Uhr nimmt einen Ein-Zimmer-Haushalt mit 15 Kubikmetern problemlos auf, aber keine Vier-Zimmer-Wohnung mit 52 Kubikmetern. Deshalb fragen wir bei einer kurzfristigen Anfrage zuerst nach der Menge und erst danach nach dem Wunschtermin. Je kleiner die Ladung, desto eher findet sich etwas, und desto eher bleibt es beim Grundsatz.
Was wir nicht tun, ist Bereitschaft zu behaupten, die es nicht gibt. Wir halten keine Kolonne vor, die auf einen Anruf wartet. Ob kurzfristig etwas geht, entscheidet sich an der freien Besetzung, und die Antwort darauf kann auch nein lauten. Dafür ist ein Ja bei uns belastbar: Es kommt erst, wenn Kräfte und Wagen eingeteilt sind.
Typische Fälle, in denen Last Minute funktioniert
- Ein Zimmer mit bis zu 15 Kubikmetern, gepackt, beide Adressen im Stadtgebiet
- Wohnungsübergabe in zwei Tagen, Rest steht bereits in Kartons
- Zwischenlösung: Ladung geht ins Lager, 12 Kubikmeter ab 75 Euro je Monat
- Teilumzug, bei dem nur Möbel fahren und Kleinteile privat transportiert werden
- Nachmieter zieht früher ein, nur noch Keller und Küche müssen raus
Was Last Minute kostet und wann gar kein Aufschlag anfällt
Die Rechnung bleibt in jedem Fall nachvollziehbar: 25 Euro je Mann und Stunde, 25 Euro Wagenanteil für den LKW mit 21 Kubikmetern, 20 Euro für den Transporter mit 12 Kubikmetern. Ein Transporter mit Fahrer kostet 45 Euro je Stunde, jeder weitere Mann 25 Euro. Wer selbst einen Transporter hat und zwei Helfer braucht, zahlt 50 Euro je Stunde. Von dieser Basis aus wird gerechnet, nicht von einem Last-Minute-Tarif.
Der Aufschlag von 15 Euro je Stunde entsteht ausschließlich dann, wenn wir mit weniger als 24 Stunden Vorlauf zusagen und dafür eine Besetzung umstellen. Das ist der ehrliche Unterschied zwischen einer Lücke und einer Umplanung. In einer Lücke fällt für uns kein zusätzlicher Aufwand an, also berechnen wir auch nichts. Fällt Aufwand an, steht er als Zahl im Angebot, bevor Sie zusagen.
Fällt der kurzfristige Termin zusätzlich auf einen Samstag, kommen 10 Euro je Stunde für den Samstag dazu. Beide Aufschläge addieren sich: 3 Mann und LKW kosten dann 100 plus 15 plus 10, also 125 Euro je Stunde. Fünf Stunden ergeben 625 Euro. Wir nennen diese Summe vorher und nicht erst, wenn der Wagen beladen ist.
Wie Sie die Aussichten auf ein Fenster verbessern
Erstens: Menge verkleinern. Jeder Kubikmeter, der nicht mitfährt, macht das nötige Fenster kürzer. Sperrgut, das ohnehin weg soll, nehmen wir ab 39 Euro je Kubikmeter mit; drei Kubikmeter kosten 117 Euro und sparen im Zweifel eine halbe Stunde Tragezeit. Was in die neue Wohnung nicht passt, kann zwischengelagert werden, 6 Kubikmeter ab 45 Euro je Monat.
Zweitens: zeitlich beweglich bleiben. Wer sagt, der Umzug müsse am Donnerstag um 9 Uhr beginnen, schließt viele Fenster aus. Wer sagt, in den nächsten drei Tagen irgendwann, bekommt deutlich häufiger eine Zusage und oft ohne Aufschlag. Diese Flexibilität ist der wirksamste Preisnachlass, den es bei kurzfristigen Terminen gibt.
Drittens: vorbereitet sein, wenn der Anruf kommt. Wenn im Kalender ein Fenster aufgeht, muss die Wohnung tragebereit sein, sonst geht die gewonnene Zeit im Nachpacken verloren. Kartons zu, beschriftet, Schränke leer, Wege frei. Wer das vorher erledigt, kann eine Lücke am selben Nachmittag nutzen, statt sie ziehen zu lassen.
Vier kurzfristige Fälle, jeweils durchgerechnet | Fall | Besetzung | Aufschlag je Stunde | Rechnung |
| Absage am Vortag, Fenster von 8 bis 14 Uhr frei | 3 Mann und LKW | 0 Euro | 100 Euro mal 6 Stunden = 600 Euro |
| Abends zugesagt für den nächsten Vormittag, Team wird umgestellt | 2 Mann und LKW | 15 Euro | 90 Euro mal 4 Stunden = 360 Euro |
| Zusage für denselben Tag am frühen Nachmittag | Transporter mit Fahrer und 2 Mann | 15 Euro | 110 Euro mal 3 Stunden = 330 Euro |
| Kurzfristige Zusage für einen Samstag | 3 Mann und LKW | 25 Euro | 125 Euro mal 5 Stunden = 625 Euro |
Grundsätze ohne Aufschlag: 2 Mann und LKW 75 Euro, 3 Mann und LKW 100 Euro, Transporter mit Fahrer und 2 Mann 95 Euro je Stunde. Kurzfrist 15 Euro, Samstag 10 Euro, Sonntag und Feiertag 25 Euro, Beginn nach 17 Uhr 10 Euro. Die Aufschläge addieren sich.