Warum der Samstag für viele der praktische Termin ist
Die meisten Umzüge haben einen festen Rahmen: Die alte Wohnung muss zum Monatsende übergeben werden, die neue ist ab dem Ersten frei. Wer dafür keinen Urlaubstag nehmen will oder kann, landet beim Samstag. Dazu kommt, dass Helfer aus dem Bekanntenkreis am Wochenende eher Zeit haben und dass sich die Übergabe beim Vermieter oft auf den Vormittag legen lässt. Der Samstag ist also kein Sonderwunsch, sondern der Normalfall vieler Mietverhältnisse.
Praktisch spricht auch die Straße dafür. In Wohnstraßen sind am Samstagvormittag häufiger Plätze frei als an einem Werktagmorgen, weil Pendlerfahrzeuge stehen bleiben oder Anwohner unterwegs sind. Das ist keine Garantie, verkürzt den Tragweg aber oft. Gleichzeitig ist der Verkehr auf den Hauptstraßen ruhiger, was bei zwei Fahrten zwischen den Adressen eine halbe Stunde ausmachen kann.
Gegen den Samstag spricht die Nachbarschaft. Wo werktags niemand zu Hause ist, sitzt am Wochenende die ganze Etage in der Wohnung. Ein Hinweis im Hausflur ein paar Tage vorher nimmt viel Unmut heraus, und zwei freundliche Sätze beim Nachbarn helfen mehr als jede Regel. Wir arbeiten leise, wo es geht, aber Möbel machen Geräusche.
Was am Samstag anders geplant werden sollte
- Übergabetermin mit dem Vermieter möglichst auf den Vormittag legen
- Nachbarn vorab informieren, besonders bei einem Start vor 9 Uhr
- Hausordnung prüfen: viele Häuser haben eine Mittagsruhe zwischen 13 und 15 Uhr
- Aufzug rechtzeitig bei der Hausverwaltung anmelden, am Wochenende oft nicht erreichbar
- Material vorher besorgen, 20 geliehene Kartons kosten 17 Euro je Woche
Was der Samstag kostet
Auf jeden Besetzungssatz kommen am Samstag 10 Euro je Stunde. Damit kostet die kleinste sinnvolle Besetzung mit 2 Mann und LKW 85 Euro je Stunde, bei kleinster Abnahme von 3 Stunden also 255 Euro. 3 Mann und LKW kosten 110 Euro je Stunde, 4 Mann und LKW 135 Euro. Ein Transporter mit 12 Kubikmetern und Fahrer liegt bei 55 Euro je Stunde, jeder weitere Mann kostet 25 Euro je Stunde. Der Samstagsaufschlag wird einmal auf den Gesamtsatz gerechnet und nicht je Mann.
Ein durchgerechnetes Beispiel: Zwei Zimmer mit 26 Kubikmetern, beide Wohnungen im dritten Obergeschoss ohne Aufzug, Samstagvormittag. Dafür setzen wir 3 Mann und den LKW an. Der Tag dauert erfahrungsgemäß 6 Stunden, also 6 mal 110 Euro und damit 660 Euro. Derselbe Umzug an einem Dienstag kostet 6 mal 100 Euro, also 600 Euro. Die 60 Euro Unterschied sind der gesamte Wochenendaufschlag.
Wer den Aufschlag sparen will und zeitlich beweglich ist, bekommt an einem Werktag den normalen Satz und nach einem Aufmaß einen Festpreis: zwei Zimmer ab 499 Euro, drei Zimmer ab 749 Euro, vier Zimmer ab 999 Euro. Wer den Samstag braucht, zahlt die 10 Euro je Stunde und weiß das vorher. Verborgene Wochenendposten auf der Schlussrechnung gibt es bei uns nicht.
Samstag ist planbar, Sonntag ist die Ausnahme
Zwischen den beiden Wochenendtagen liegt mehr als ein Aufschlag. Der Samstag ist ein normaler Werktag im Sinne der meisten Hausordnungen; Arbeiten mit Lärm sind tagsüber üblich und akzeptiert. Der Sonntag ist das nicht. Dort kollidiert ein Umzug mit den Ruhezeiten, und in vielen Häusern steht in der Hausordnung ausdrücklich, dass laute Arbeiten unterbleiben. Deshalb fragen wir bei Sonntagsanfragen zuerst nach der Hausordnung und nach dem Weg zur Wohnung.
Ob am Sonntag eine Besetzung frei ist, entscheidet sich zusätzlich an den Leuten. Wir teilen niemanden gegen seinen Willen auf einen Sonntag ein. Findet sich eine Besetzung, gilt ein Aufschlag von 25 Euro je Stunde: 2 Mann und LKW kosten dann 100 Euro je Stunde, 3 Mann und LKW 125 Euro. Findet sich keine, sagen wir ab, statt Sie hinzuhalten.
Oft ist die bessere Lösung eine Teilung: Am Samstag fahren die Möbel, am Sonntag bringen Sie selbst die Kleinteile, oder die Ladung geht für eine Nacht ins Lager. 6 Kubikmeter kosten ab 45 Euro je Monat, die Fahrt ab 89 Euro. Diese Zwischenlösung kostet meist weniger als der volle Sonntagsaufschlag und hält Frieden im Haus.
Stundensätze am Wochenende im Vergleich zum Werktag | Besetzung | Werktag | Samstag | Beispiel 5 Stunden am Samstag |
| 2 Mann und LKW 21 Kubikmeter | 75 Euro | 85 Euro | 425 Euro |
| 3 Mann und LKW 21 Kubikmeter | 100 Euro | 110 Euro | 550 Euro |
| 4 Mann und LKW 21 Kubikmeter | 125 Euro | 135 Euro | 675 Euro |
| Transporter 12 Kubikmeter mit Fahrer | 45 Euro | 55 Euro | 275 Euro |
| 2 Helfer, Ihr eigener Transporter | 50 Euro | 60 Euro | 300 Euro |
Der Samstagsaufschlag beträgt 10 Euro je Stunde. Am Sonntag und an Feiertagen sind es 25 Euro je Stunde, und ein Termin kommt nur zustande, wenn sich eine Besetzung findet. Kleinste Abnahme 3 Stunden, danach Viertelstundentakt.