Die drei Maße, die über das Treppenhaus entscheiden
Die erste Zahl ist die Laufbreite, und zwar an der schmalsten Stelle. Das ist fast nie die gerade Strecke, sondern die Wendung. Messen Sie dort von der Wand bis zum Geländer, nicht bis zur Handlaufmitte. Unter 90 cm wird es für breite Stücke eng, unter 80 cm geht ein Dreisitzer mit fester Lehne in der Regel nicht mehr. Die zweite Zahl ist die Podesttiefe. Ein Podest von 120 cm erlaubt es, ein zwei Meter langes Stück zu drehen. Ein Podest von 80 cm erlaubt es nicht, egal wie viele Leute daran ziehen.
Die dritte Zahl ist die lichte Höhe unter dem daruberliegenden Treppenlauf. In Berliner Häusern liegt sie oft bei 195 bis 210 cm. Wer ein Stück hochkant tragen will, weil es flach nicht um die Ecke geht, stößt genau dort an. Ein Kleiderschrank mit 2,20 m Höhe lässt sich in einem solchen Treppenhaus weder flach noch hochkant bewegen. Das ist keine Frage der Anstrengung, sondern eine Frage der Geometrie, und sie lässt sich vorher beantworten.
Dazu kommen zwei Nebenmaße, die oft vergessen werden. Die Wohnungstür ist der erste Engpass, und sie hat bei geöffnetem Flügel meist 10 cm weniger als die Zargenbreite. Und die Haustür ist der letzte Engpass, häufig mit einem Windfang dahinter, der ein Schwenken unmöglich macht. Wir fragen deshalb nach beiden. Ein Umzug, der an der Haustür hängenbleibt, hat bis dahin schon zwei Stunden gekostet.
So messen Sie Ihr Treppenhaus in fünf Minuten
- Laufbreite in der engsten Wendung, Wand bis Geländer
- Podesttiefe an der schmalsten Stelle
- Lichte Höhe unter dem daruberliegenden Treppenlauf
- Lichte Breite der Wohnungstür bei geöffnetem Flügel
- Lichte Breite der Haustür und Platz im Windfang
- Größte Kante des größten Möbelstücks
Warum drei Leute in der Wendung schneller sind als zwei
Zwei Träger halten ein Stück an den Enden. In einer Wendung muss dieses Stück aber gleichzeitig gehoben, geschwenkt und weitergeschoben werden, und die beiden Enden bewegen sich dabei in entgegengesetzte Richtungen. Ohne dritte Hand entsteht ein Zug- und Stemmvorgang, bei dem beide gegeneinander arbeiten. Die dritte Kraft steht in der Kurve, nimmt die Last kurz auf, während die beiden anderen umgreifen, und gibt sie wieder frei. Das kostet je Stück zehn bis zwanzig Sekunden statt zwei Minuten.
Bei vierzig sperrigen Stücken macht das eine gute Stunde aus. Rechnen Sie es nach: Zwei Mann und LKW kosten 75 € je Stunde, drei Mann und LKW 100 €. Wenn der Tag mit zwei Leuten sieben Stunden dauert, sind das 525 €. Wenn er mit drei Leuten fünf Stunden dauert, sind das 500 €. Bei fünfeinhalb Stunden wären es 550 €, also etwas mehr. Der Kipppunkt liegt bei einem Viertel Zeitersparnis, und in engen Treppenhäusern wird er in der Regel erreicht, weil die Wendung der Flaschenhals ist.
Eine vierte Kraft bringt im engen Treppenhaus dagegen selten etwas. Bei 80 cm Laufbreite können nicht vier Leute gleichzeitig an einem Stück arbeiten, sie stehen sich im Weg. Sinnvoll ist der vierte Mann nur, wenn er unten bleibt und den Wagen belädt, während die drei anderen oben arbeiten. Dann kostet die Besetzung 125 € je Stunde. Wir schlagen das nur bei großen Mengen ab vier Zimmern vor.
Zerlegen oder Lift, wenn ein Stück nicht durchgeht
Wenn die Rechnung zeigt, dass ein Stück die Wendung nicht schafft, gibt es zwei Wege. Der erste ist Zerlegen. Das kostet 29 € je Stunde und Kraft und lohnt sich bei allem, was konstruktiv dafür gebaut ist: Schrankwände, Regalsysteme, Betten mit verschraubtem Rahmen, Esstische mit abnehmbaren Beinen. Ein zweitüriger Kleiderschrank ist in rund einer Stunde zerlegt und in rund einer Stunde wieder aufgebaut, also 58 € bei einer Kraft.
Der zweite Weg ist der Möbellift ab 179 €. Er ist die Antwort bei allem, was sich nicht zerlegen lässt, ohne kaputtzugehen: Ecksofas mit fest verbauter Lehne, Boxspring-Untergestelle, alte Schränke mit verleimten Korpussen, große Glasvitrinen. Voraussetzung ist ein ausreichend großes Fenster oder ein Balkon und eine Aufstellfläche davor. In einem Hinterhof ohne Durchfahrt fällt der Lift aus, dann bleibt nur Zerlegen oder ein Verzicht auf das Stück.
Entscheiden Sie das nicht am Umzugstag. Wenn wir die Maße vorher haben, rechnen wir es einmal durch und sagen Ihnen das Ergebnis mit Preis. Ein Lift, der morgens um acht bestellt werden muss, weil das Sofa im zweiten Lauf steckt, ist teurer und kostet den halben Tag. Der Unterschied zwischen vorher und nachher sind bei einem Dreizimmerumzug leicht zwei Stunden, also 200 € bei der Besetzung mit drei Leuten.
Typische Entscheidungen bei knappen Maßen
- Laufbreite ab 100 cm: Standardmöbel gehen am Stück
- Laufbreite 90 bis 100 cm: Sofa hochkant, Schrank je nach Höhe zerlegen
- Laufbreite 80 bis 90 cm: Schrank zerlegen, Sofa prüfen, Boxspring meist Lift
- Laufbreite unter 80 cm: Großmöbel grundsätzlich über den Lift
- Podest unter 90 cm Tiefe: kein Stück über 180 cm Länge drehbar
Was bei welcher Laufbreite noch durch die Wendung geht | Laufbreite | Dreisitzer | Schrank 2,20 m | Boxspring 180 cm | Empfehlung |
| ab 110 cm | geht am Stück | geht hochkant | geht am Stück | 2 Mann + LKW, 75 € |
| 100 bis 110 cm | geht hochkant | zerlegen | geht hochkant | 3 Mann + LKW, 100 € |
| 90 bis 100 cm | knapp, Lehne prüfen | zerlegen | Lift ab 179 € | 3 Mann + LKW, 100 € |
| 80 bis 90 cm | nur ohne feste Lehne | zerlegen | Lift ab 179 € | 3 Mann + LKW, 100 € |
| unter 80 cm | Lift ab 179 € | zerlegen | Lift ab 179 € | 3 Mann + LKW, 100 € |
Richtwerte für gewendelte Treppen mit Podest ab 100 cm Tiefe. Bei kleineren Podesten verschiebt sich jede Zeile um eine Stufe nach unten. Zerlegen und Aufbauen rechnen wir mit 29 € je Stunde und Kraft.